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Karl-Werner Broska



Interview mit Karl-Werner Broska (Präsident des DG-Sportverbandes)


1. Seit 2 Jahren bist Du DGSV – Präsident geworden. Bist Du mit dem Ablauf zufrieden?

Im Großen und Ganzen ja. Die Zusammenarbeit innerhalb des Präsidiums ist nicht immer leicht, aber demokratisch. Die Auflagen, die wir vom BMI bekommen, müssen von uns erfüllt werden. Das BMI fördert nur den Leistungssport!

2. Erzähle Dir mal kurz über Deine Aktivieren im Jugend?

Ich war von 1967 bis 1982 in der Jugendarbeit tätig. Zuerst beim GSV Recklinghausen, dann nach meinem Umzug nach Schleswig-Holstein auch im GSV Husum und im Gehörlosen-Sportverband Schleswig-Holstein. 1979 bis 1994 war ich Referent für Vereinsrecht und Buchführung bei allen Lehrgängen der Deutschen Gehörlosen-Sportjugend. Tipp: In der Homepage des Gehörlosen- Sportverbandes Schleswig-Holstein ist auch mein „altes“ Interview von 2001 zu lesen: http://www.gssh.de/wir/von_mensch_zu_mensch/ ....

3. Schreib Dir auch kurz über Deine ehrenamtliche Tätigkeit bis DGSV – Präsidium?

Hier kurz und bündig: Auf bitten von dem Quartett (Waldow, Wilhelm, Kliewer und Förster) wählte mich der Verbandstag im Jahr 1991 zum Beisitzer des DGS. Ausschlaggebend war die perfekte Organisation bei den Handball-Europameisterschaften 1991 in Lübeck. Man wurde auf mich aufmerksam. 1995 bis 2003 wurde ich 2. Vizepräsident. Seit der Wahl zum Präsident habe ich wichtige Aufgaben zu erfüllen wie beispielsweise die Gespräche und die Kontakte zu den anderen Institutionen (BMI, BVA, DSB) zu pflegen. Ferner sind auch die politischen Entscheidungen zu beachten.

4. In Australien war die Damen – Nationalmannschaft zum ersten Mal seit 1977 nicht dabei? War Eure Entscheidung schwierig gewesen?

Natürlich, weil die Damen-Volleyballmannschaft, genau wie die Basketballmannschaften, das Kriterium nicht erfüllt haben. Der Ausschuss für Leistungssport hat unter der Auflage vom BMI so entschieden, also eine Entscheidung, die wir alle zu akzeptieren hatten.

5. Müssen die Volleyballer/Innen bei der EM 2007 in Belgien eine Medaille holen, um sich beim Deaflympics in Taiwan teilzunehmen? Nicht der Medaillengewinn entscheidet, sondern die beständige Leistung.

Entscheidend ist ein Medaillengewinn. Jedoch sind auch die Förderrichtlinien und Kriterien, welche der LSA (Leistungssportausschuss) des DGS in Anpassung an die Auflagen des BMI aufgestellt hat, für eine Teilnahme maßgebend. So ist es z.B. paradox und ungerecht, wenn nur 4 Damen-Teams an den EM teilnehmen und unsere Damen den 3. Platz belegen. Das bedeutet dann also auch nicht die automatische Teilnahme unseres Damen-Team in Taiwan, nur weil es die Bronzemedaille gewann.

6. In Melbourne wurde die Herren – Nationalmannschaft guten und ordentlichen 5. Platz und sind fast an die Weltspitze. Jetzt wurde es auf A – Kader seit langem endlich gesprungen. Wie sieht die weitere sportliche Unterstützung z.B. Olympiastützpunkt aus?

Das mit den Olympiastützpunkten läuft noch. Der Ausschuss für Leistungssport hat bereits Kontakte mit allen Olympiastützpunkten aufgenommen und wird dabei auch vom BMI unterstützt, weil das BMI auch Vorteile davon hat, zumal die Spitzensportler aller Verbände dadurch besser erfasst werden können. Ein positives Ergebnis wird hoffentlich wohl schon dieses Jahr vorliegen.

7. Zu bisherigen Weltmeisterschaften z.B. Basketball und Badminton war Deutschland leider nicht gekommen, obwohl wir ein reiches Land sind. Die arme Länder waren sich daran teilgenommen. Bald wird es vom BMI anerkannt?

Deutschland ist ein reiches armes Land, wo überall gespart wird. Jedes Land hat sein eigenes Gesetz und auch die Bestimmung. Deutschland wird an Weltmeisterschaften nur dann teilnehmen, wenn dies zwingend nötig ist, z. b. bei Badminton-, Tischtennis-, oder Tennis –WM, wenn dort Ranglistenpunkte vergeben werden, die für die Setzungsliste bei den Deaflympics Games ausschlaggebend sind und Vorteile für unsere SpitzensportlerInnen bringen.

8. In diesem Jahr wurde Beach Volleyball vom BMI endlich anerkannt. Erste Beach Turnier ohne Freizeit war 1992 in Essen. 1. Deutsche Beach Meisterschaft war im 1997 in Augsburg. Vor ein paar Jahren haben wir einige internationale Veranstaltung verpasst. Trotzdem hatten wir aus eigene Tasche mitgemacht. Welche Beeindruckung hast Du neue Sparte im DGSV Beach Volleyball?

Ich freue mich darüber, dass diese Sportart vom BMI als förderungswürdig anerkannt wurde und drücke unseren TeilnehmerInnen bei den EM in Alanya / TUR die Daumen.

9. Hoffentlich werden einer von Sparte entweder Hallenvolleyball oder Beachvolleyball zu Deaflympics nach Taiwan nicht geschickt, sondern beide Sportarten, denn sie sind eigentlich getrennt , auch wenn die meistens Volleyballer beide Sportarten gut beherrschen können. Bist Du sicher, dass beide gemeinsame Sparte von DGS – Präsidium in die Zukunft voll unterstützt wird?

Es werden, genau wie bei den Deaflympics Games in Australien, beide Sportarten getrennt ausgerichtet. Wenn unsere Volleyballer/Innen und die Beach- Volleyballer/Innen die Kriterien des LSA vom DGS und auch vom BMI erfüllen, dann werden wir auch beide Sportarten unterstützen und auch in beiden Sportarten melden. Wichtig sind hier in erster Linie die Vorgaben und Kriterien des DGS bzw. BMI. Beim Wintersport gibt es ja auch Sportarten in nordisch, alpin und Eishockey. Wenn z.B. Alpin die Kriterien erfüllt und nordisch nicht, dann bleibt eben nordisch Zuhause und es werden nur alpine Sportler/Innen gemeldet. Entscheidend ist hier allein die Leistung.

10. Wie findest Du unsere Homepage www.dgs-volleyball.de (seit fast 3 Jahren!!) und www.dgs-beachvolleyball. de (seit 3 Monaten neu!!).

Ich kann nicht alle Homepage der Sparten besuchen, bzw. anschauen, denn bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit ist meine Freizeit auch eingeschränkt. Wenn man mich auf bestimmte Homepages hinweist, dann besuche ich sie auch. Ich bitte dabei aber auch zu bedenken, dass ein Ehrenamtlicher nicht auf allen Hochzeiten tanzen kann. Ich habe mir die beiden Homepages von euch angeschaut und finde sie gut. Ich bewundere euren Webmaster, der einen langen Urlaub hat. Das möchte ich auch.

Reporter Matthias Bork



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