Jutta Graaf
Interview mit Jutta Graaf (Nationalspielerin, wohl ein Alleskönner(!))
1. Zurzeit steht das Höhepunkt beim Deaflympics in Melbourne/ AUS. Die Damen sind erstmals nicht dabei. Was fühlst Du Dich jetzt?
Wie ich mich fühle, ist nicht schwer zu sagen. Ich wollte meine Karriere schon längst beenden. Während dem Deaflympics 2001 in Rom gab es Gespräche mit Betty Steup-Bauer über die nächste Europameisterschaft 2003 in Deutschland. Wir haben beschlossen bis zur EM noch für Deutschland zu spielen, danach war für mich Schluss.
2. Ca. 15 Jahren hast Du in der Nationalmannschaft gespielt. Wie würdest Du darin geschickt? Wann hast Du Volleyball angefangen?
Mit 16 Jahren spielte ich zum ersten mal Volleyball in einem Gehörlosen-Verein. Vier Jahre später wurde ich zur Bayernauswahl eingeladen. Gleich nach dem Bayernauswahl Lehrgang hatte ich bei einem hörenden Verein angefangen durch Wolfgang Schellinger. Und in kürzeste Zeit später bin ich dann zur Nationalmannschaft eingeladen worden, durch Gerti Wesel aus München.
3. Bislang hast Du einzige Spielerin zur 2. Bundesliga geschafft. Was hast Du darüber erlebt?
Von meiner Körpergröße her als Angreiferin bin ich für die 2. Bundesliga einfach viel zu klein. Als wir von der Regionalliga in die 2.Bundesliga wechselten, wurde zum Glück im selben Jahr eine neue Position „Libera“ eingeführt und das passte genau zu meinem Spezialgebiet Annahme und Abwehr. Bekannt ist, dass viele große Mittelblocker nicht so gut in der Annahme und auch in der Abwehr sind, daher konnte ich öfter ins Spielfeld reinkommen.
4. Es gab Gerüchte, dass Du aus der Nationalmannschaft aufgehört hast. Aber Du hättest dafür gern gespielt,hm. Sag mal die Wahrheit…
Als ich mit Volleyball angefangen habe, hatte ich viele kleine Zielvorstellungen gehabt und habe alle Ziele erreicht. Mehr wollte ich nicht. Man wird immer älter und möchte auch mal andere Sportart betreiben, die man schon lange auf dem Plan hatte; z.B. Sportklettern, Skitouren gehen…
5. Warst Du auch überrascht, dass Damen – Nationaltrainer W.Schellinger über ein Jahr nach der EM austritt?
Nein, ich war nicht überrascht. Ich wusste es schon länger. Er ist mit ganzem Herzen Leistungssportler. Im Moment spielt er mit einer sehr jungen Mannschaft (Durchschnitt unter 20 Jahre) erfolgreich in der Zweiten Liga. Da langweilt ihn natürlich unser Niveau. Die ständigen schwachen Ergebnisse bei Großveranstaltungen haben ihm zu schaffen gemacht. Er sah auch keine Chance diese Misere schnell zu beheben, weil auch im Funktionärsbereich seiner Meinung nach nicht entsprechend angepackt wird.
6. Bisher hast Du B-Trainerschein geholt. Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann als Trainerin in der Nationalmannschaft zu arbeiten?
Ich würde gerne als Trainerin in der Nationalmannschaft arbeiten. Ich sehe aber, es gibt momentan keine Aussicht auf Nachwuchsspielerinnen; z.B. gute, erfahrene, selbstbewusste, verantwortungsvolle Spielerinnen so wie Betty oder ich.
7. Du warst bei vielen versch. gehörlosen Vereinen eingetreten. Welche Zeit war es für Dich am schönsten?
Bonn und Köln (gleiche Mannschaft)
8. Ein paar Mal hast Du beim DG - Mini Jugendmeisterschaft und Jugendcamp mitgearbeitet. Wie sollte es weiter geführt werden?
Meine Idee war Mini Jugendvolleyball Meisterschaft durchzuführen, damit die Jugendlichen auch mal Chance haben mitzuspielen. Jugendcamp in Straubing hat mir bisher sehr viel Spaß gemacht. Wenn die Nachfrage immer noch groß ist, werde ich Jugendcamp schon weiter machen.
9. Was sind Dein Hobby außer Volleyball?
Skifahren, Sportklettern, Alpinklettern, Sauna und faulenzen darf natürlich nicht fehlen
10. Wie findest Du unsere Homepage?
Mir gefällt sie sehr gut!
Reporter Matthias Bork