Hillmuth Horand
Interview mit Hillmuth Horand (ehemaliger Volleyballwart)
1. Du warst vor fast 3 Jahren als VB - Verbandsfachwart sowie Technischer Leiter nach 25 Jahren Tätigkeit zurückgezogen. Sehr lange Arbeit. Wann hast du genau nachgedacht, endlich Schluss zumachen?
Nach den 19. Deaflympics in Rom habe ich mir überlegt, dass jetzt meine Zeit gekommen ist, aufzuhören. Man kann ja nicht ewig bleiben. Außerdem wollte ich mal endlich richtigen Urlaub ohne Arbeit mit meiner Frau machen, was vorher kaum möglich war.
2. Warst Du beim neuen Wahl überraschst, dass Dein Vorgänger G. Ehrenreich von Dir bereits übernommen hat?
Die Wahl von G. Ehrenreich zu meinem Nachfolger hat mich nicht überrascht. Er war ja auch bei der Sparte Volleyball im Jugendbereich zuständig und hatte damit über Volleyball auch Erfahrung.
3. Deine letzte Arbeit war als Helfer wegen Deiner Erfahrung bei EM in München `03 gewesen. Wie hast Du Dich danach gefühlt, Dein Lieblingssport Volleyball nicht mehr zu arbeiten?
Nach der EM 2003, die in München sehr gut verlaufen ist (dank an K. Groß mit seinen vielen Helfer/Innen vom GSV München !) hatte ich mich um meinen Krefelder Gehörlosen – Verein gekümmert. Das war dann schon eine Ablenkung.
4. Bist Du an irgendwelchen immer noch ehrenamtlich?
Ja, seit Februar 2003 bin ich 1. Vorsitzender des GV Krefeld, dem ich inzwischen schon 50 Jahre angehöre. Beim GSV Düsseldorf habe ich zwar kein Amt, mache aber dort auch bald die 50 voll.
5. Du warst viel unterwegs mit der Nationalmannschaft der Damen und Herren. Welche Erlebnisse hattest Du am schönsten?
Das ist schwer zu sagen. Von jeder Veranstaltung mit der Nationalmannschaft (Da u. He), besonders im Ausland, hatte ich viele Erlebnisse und Eindrücke gewonnen. Mich hatte aber gewundert, dass Russland, Ukraine und Moldawien, trotz großer Armut, schon eine sehr weit entwickelte Gehörlosen Kultur hatten. Die Theaterstücke, Zaubereien und Folklore-Tänze, die wir nach Abschluß der Wettkämpfe besuchten, waren 100% für unsere Augen gemacht.
6. Du hast viele Dt. Meisterschaft sowie Pokalmeisterschaft der Damen und Herren organisieren. Welche Spiele waren spannender gewesen?
Die spannendsten Spiele waren in den 90 ziger Jahren bei den Herren die Finalspiele der Meisterschaft zwischen GSV Zwickau, GSC Nürnberg und GTSV Essen. Auch der GSC Bonn mischte bis zur Auflösung sehr gut mit. Bei den Damen war es lange Zeit GSC Wiedenbrück , GSC Bonn und GTSV Essen die spannende Spiele lieferten sowohl bei der Meisterschaft, wie auch im Pokal. Später kamen dann noch GSV Zwickau, Kölner GSV und GSV Osnabrück dazu, die nach der Auflösung Wiedenbrück und Bonn, mit dem GTSV Essen um die Meisterehre kämpften. Auch da waren diese Spiele sehr spannend. Alle diese Mannschaften, Damen und Herren, hatten auch die meisten Nationalspieler/Innen.
7. Bestimmt hast Du Dich über Deaflympics in Melbourne verfolgt. Die Herren - Nationalmannschaft hat ihre Ziel ersten unter Fünf geschafft. Und beste Plazierung überhaupt. Was hast Du dabei gedacht?
Die Deaflympics 2005 in Melbourne hatte ich im Internet verfolgt. Nach dem Sieg über die USA dachte ich, dass jetzt eine Medaille raus kommen würde. Die Mischung aus alt und jung hat ja bei Euch gestimmt. Gegen Italien hattet ihr ja auch sehr gut gespielt. Schade, dass es gegen Russland nicht geklappt hat. Trotzdem sehe ich mit dem 5. Platz auch etwas gutes. Ihr seit jetzt näher an der Weltspitze. Gratulation an die Mannschaft, Trainer und Betreuer!!
8. Die Damen - Nationalmannschaft durfte nach Australien nicht mitfliegen. Aus sportlichen und finanziellen Gründen. Was soll es in die Zukunft aussehen?
Das die Damen nicht mit nach Melbourne durften, fand ich sehr, sehr Bedauerlich. Waren sie doch immer seit bestehen der Volleyball-Sparte bei allen Weltspielen/Deaflympics dabei. Na ja, das liebe Geld, aber vielleicht hätte doch die Möglichkeit bestanden, wenigsten 2 Damen für Beach- Volleyball zu melden? Hoffe, dass die Damen von der Nichtnominierung sich inzwischen erholt haben und versuchen werden, sich mit jüngeren Spielern zu einer starken Mannschaft Formen können. Die Männer haben es gezeigt, noch ist es nicht zu spät. Warum nimmt man nicht einen 1. Trainer/In (hörend) und Co Trainer gehörlos? Betty und Jutta haben bestimmt mit ihrer Erfahrung das Zeug dafür. Außerdem haben die beiden auch die Trainer B/C Lizenz. Beim Fußball und Leichtathletik wird so was auch gemacht. Man sollte nichts unversucht lassen.
9. Du bist schon Rentner. Was machst Du viel in die Freizeit?
„Rentner“ bedeutet für mich nicht Daumendrehen. Die Zeit verfliegt schneller, als bei der Beruflichen Tätigkeit von damals. Zudem treffe ich mich ab und zu mit meinen Freunden und Schulkameraden. Außerdem pendele ich ständig mit meiner Frau zwischen Krefeld und Köln hin und her. In Köln, wo meine Tochter mit ihrer Familie wohnt, halten mich meine beiden Enkel kräftig auf Trab. Dies ist auch ein Grund, warum ich beim Volleyball aufgehört hatte. Der eine, der schon Sprechen kann, beobachtet mich und meine Frau beim Unterhalten und macht die Gebärden nach. Es wird also immer Gebärdensprache geben.
10. Wie findest Du unsere Homepage?
Die Homepage von Volleyball finde ich sehr gut. Schön was ihr, Tino, Mabo, Christian und Co da gemacht habt. Weiter so!!
Reporter Matthias Bork