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Guido Ise



Guido Ise, Ex - Rekordnationalspieler aus Kassel


1. Wie bist Du zum Volleyball gekommen? Warst Du gleich Zuspieler?

Früher spielte ich schon Fußball. Im GSV Kassel lernte ich dann verschiedene Abteilungen kennen. Ich habe mich erst entschieden, Fußball zu spielen. Doch mit 19 Jahren entschied ich mich für Volleyball. Ich war von der Abteilung begeistert, außerdem waren die Feiern oft sehr schön. Ein Jahr später reiste ich überraschend durch die Nominierung erstmals als Zuspieler mit nach Israel. Das werde ich niemals vergessen, was ich in Tel Aviv, Jerusalem u. Haifa dort erlebt habe. Nach einem halben Jahr habe ich bei den Weltspielen der Gehörlosen in Köln teilgenommen.

2. Dein Stammverein, der GSV Kassel, war bei der Deutschen Meisterschaft lediglich „ewiger Zweiter“, obwohl er bei der Deutschen Pokalmeisterschaft ein paar Erfolge geholt hat. Woran lag das?

Ja, richtig, wir waren vier Mal Deutscher Vizemeister. Vielleicht lag es an der Frühjahrmüdigkeit??? Dafür haben wir drei Mal den Deutschen Pokalmeister–Titel geholt.

3. Nach 13 Jahren bist Du Rekordnationalspieler mit 66 Länderspielen geworden. An was erinnerst Du Dich bei Deiner sportlichen Karriere?

Die Europameisterschaft von Lodz/ Polen war wegen geringer Teilnahme ausgefallen. Wir spielten meistens gegen Ostländer u. DDR gut und belegten den dritten Platz. Am schönsten war es bei den Weltspielen 1985 in Los Angeles, weil die Zuschauertribüne voll war. Wir haben viel geschwitzt und viel gekämpft, schließlich kamen wir auf den fünften Platz.

4. Damals wurden manchmal drei Zuspieler zum Lehrgang bzw. Turnier geschickt, weil man auf das 4:2 Spielsystem setzte. Wann kam die Wende für das 5:1 Spielsystem?

Ich weiß nicht mehr, wann genau das war. Ich erinnere mich aber, dass ich erstmals allein als Zuspieler (5:1 Spielsystem) bei den Weltspielen der Gehörlosen in Christchurch/Neuseeland 1989 schlecht gespielt habe und sofort ausgewechselt wurde. Ich hatte mich an dieses System noch nicht gewöhnt. Einige Jahre später wurde es durch den Hörendenverein besser.

5. Als Du bei der Nationalmannschaft 1993 aufgehört hast, hast Du 1994 alle früheren und aktuellen Nationalspieler sowie Vereinspieler zum Spiel und Essen in Kassel eingeladen. Ihr habt schön gefeiert. Wie bist Du auf diese besondere Abschiedsfeier gekommen?

Zuerst habe ich mich beim Länderkampf in Nancy/ Frankreich nur schwer verabschiedet, obwohl unser Ex-Nationaltrainer Meindl und Stelling mich erneut überreden wollten, noch ein Jahr weiter zu spielen. Ich hätte gern gespielt, aber ich war nach 13 Jahren satt. Hinzu kam, dass wir stets verloren haben, deshalb hatte ich keine Motivation mehr. Mit 36 Spielern haben wir im Gehörlosen – Clubheim sehr schön gefeiert. Das war unvergesslich. An diesem Abend entstanden viele unglaubliche Fotos. Meine Tochter schaut sich heute manchmal die Fotos an. Es war schön, alle Freunde, mit denen ich an vier verschiedenen Weltspielen teilgenommen hatte, wieder zu sehen. Es war schöne unvergessliche Zeit.

6. Du warst ein ehrgeiziger und verrückter Volleyballer. Man dachte, dass Dein Karriereende im Volleyball echt war. Plötzlich warst Du auf der anderen Seite, nämlich im Ehrenamt. Wie kam das?

Ich wollte mich mal auf was anderes konzentrieren, mein Interesse galt dem Ehrenamt.

7. Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann wieder für den Volleyball zu arbeiten?

Ich weiß nicht. Wenn unsere alten Volleyball-Freunde irgendwann anrufen, unterhalte ich mich gerne mit ihnen. Es wäre schön, wenn wir uns wieder sehen könnten.

8. Wann hast Du das letzte Mal der Nationalmannschaft zugeschaut? Kannst Du zwischen früheren und jetzigen Nationalmannschaftsspielen einen Vergleich ziehen?

Ja, bei den Weltspielen der Gehörlosen in Kopenhagen/ Dänemark, als ich zur Sporthalle vor dem Wettkampf kam, umarmten die Nationalspieler mich fest. Das hat mich sehr gefreut. Natürlich bekam ich eine Gänsehaut. Zwischen früher und heute kann ich nicht unterscheiden, weil mit verschiedenen Systemen gespielt wird.

9. Was hälst Du von der modernen Sportart Beach Volleyball?

Finde ich toll. Ich sehe viele Spiele im Fernsehen an. Da muss man richtig fit sein. Manchmal habe ich daran gedacht, ob ich nur auf Sand spielen könnte.

10. Wie findest Du unsere Homepage www.dgs-volleyball.de und www.dgs-beachvolleyball.de?

So ein Leben. Toll, ausgezeichnet.

Reporter Matthias Bork

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