Matthias Bork
Interview mit Matthias Bork (Nationalspieler Zuspieler, Co-Webmaster)
1. Du bist erfahrener Passspieler für langjährige Gehörlosenvolleyballmannschaft Essen und Nr.1 für deutsche Gehörlosen-Nationalmannschaft. Wie hast du dich entschiedet, du bist als Zuspieler?
Als ich 14 Jährige zuerst bei der Gehörlosen eintrat, war ich schon vor allem klein. Deshalb wurde ich einfach als Zuspieler ausprobieren lassen. Später sagte man zu mir, ich sei kein schlechter Zuspieler und hatte eine Zukunft vor sich. Natürlich musste ich viel tausend mal üben. Trotzdem wurde ich ins Feld schon zugleich gebraucht. 2 Jahren später habe ich erst beim hörenden Hobbyverein (leider falsch!) auch als Zuspieler trainiert, da ich auch immer noch klein war. Zu neuen Saison wechselte ich zur A-Jugend. Ein Trainer fragte mich, welche Pos. Ich spielte. Dann antworte ich, dass ich bisher immer als Zuspieler trieb. Dann war ich gut gefördert. Genau so wie bei der Nationalmannschaft, als ich 16 Jahre alt war. Mir macht das bis jetzt immer noch Spaß, denn ich führte gern zur Mannschaft, auch wenn ich mir zuviel gegenüber Angreifer schluckte wegen Passgenauigkeit. (lach)
2. Du hast Konkurrenz mit Zuspieler Nr.2 Ex-DDR Nationalangreifer Mathias Sommer. Was haltest du von Mathias Sommer?
Ich halte von Mathias Sommer einen guten Zuspieler. Leider hat er als Zuspieler zu spät angefangen. Ich glaube, erst vor 5 Jahren. Ich weiß nicht, ob er in nächsten 2 Jahren Nummer 2 ist, denn er ist schon über 42 Jahre alt. Trotzdem ist er im Moment fast die Alternative für mich. Natürlich achte ich mich immer vor meinem Stammplatz. ;-)
3. Wie alt warst du, da du erste Mal mit Volleyballball berührt hast? Wie hast du dich Interesse an Volleyball?
Als 12 Jährige hatte ich schon etwa Interesse an Volleyball und wollte ich mal ausprobieren, da meine 7 ältere jähre Schwester nach den Gehörlosen – Wettkämpfen immer mir erzählte. Aber ich dürfte noch nicht mittrainieren, da meine Schwester nach dem Training eine Vergnügen haben mochte. 2 Jahren später konnte sie endlich mit mir zum Training begleiten. Nachdem ich trainierte, war ich davon schon begeistert. Aber Fußball und Tischtennis war immer noch mein Lieblingssport Nummer 1 und 2. Ca. 17 Jährige hatte ich ein volles Interesse an Volleyball. Es lohnte sich, denn ich war Nationalspieler geworden.
4. Für Volleyballmannschaft GTSV Essen bist du Spielertrainer und du hast viele unerfahrene Nachwuchsen geholt und zusammen trainiert. Durch du haben viele Nachwuchsen dem Ziel zum gehörlose Nationalmannschaft (zb. Tino Götting, Marko Sudy, Martino Widmann und viel mehr) geschafft. Wie kannst du machen, dass viele dem Ziel zum Nationalmannschaft geschafft haben? Kennst du jeden Schwäche und Stärke?
Tja, dank Kollegschule für Hörgeschädigte in Essen kamen die ca. 1-5 Nachwuchsen jedes Jahr zu meinem Training. Natürlich gäbe es leider viele untalentierte Sportler. Trotzdem versuchte ich alle Spieler aufzubauen, um gute Spieler eventuell. Nationalspieler zu bringen. Mit dem kleinem Talent wäre es ja für mich etwas leicht. Vor ca. 4 Jahren ging es etwas aufwärts, denn wir bekamen dienstags eine große schöne Sporthalle für das Training. Es liegt unmittelbar dem Internat der Schule. Damals wurde es nur freitags woanders kaum trainiert. Außerdem spielen wir ein- bis zweimal pro Monat gegen die Hörenden. Manchmal wird es über Volleyball in der Schule diskutiert. Hm, unsere Schwäche? Ehrlich gesagt, manche Unregelmäßigkeit und Unpünktlichkeit zum Training. Häufige Abwesenheit beim hörenden Spiel. Meistens gab es die Ausrede zum „Lernen“ usw.. Ich frage mich , wo die Ablenkung bleibt? Oder ist die Oralerziehung schuld? Siehe da, eine große Menge Arbeit für mich....
5. Du hast ersten Beach Volleyball für Hörgeschädigten in Deutschland gegründet, egal ob es Turnier oder Meisterschaft ist. Wie und warum hast du es gegründet?
Das stimmt, im 1991 schaute ich kleine Profi – Beach Turnier beim Baldeneysee in Essen zu. Ich dachte gleich, warum ich im nächsten Jahr für erste gehörlose Beach – Turnier nicht organisieren sollte. Das fand ich fasziniert. Später fragte ich beim Sportamt, ob es möglich war, solche Anlage durchzuführen. Es klappte prima. Mit vielen Besucher, boah. Bisher habe ich Beach Turnier in Essen schon 11 mal sowie einmal Deutsche Beach Meisterschaft selbst austragen lassen. Nach 3 Jahren Pause mache ich im nächsten Jahr Beach – Turnier wieder. Na endlich...
6. Ein Beach Volleyballer bist du auch. Wirst du als Beach Volleyballer mit Junior Marco Sudy beim Deaflympics in Taiwan spielen? Ist es dein Ziel?
Natürlich ist mein Ziel, als Beach Volleyballer bei den nächsten Deaflympics in Taiwan zu spielen. Noch nichts in Australien, denn wir, die Indoor, sind zur Zeit stärkste Mannschaft und glaube deswegen an die Medaille in Melbourne. Außerdem wäre es dort mein 4. Deaflympics – Teilnahme. In Taiwan ist es für mich eine echte große Herausforderung. Erst mal möchte ich gern mit Marko bei der EM Beach Volleyball 05`in der Türkei spielen. Dann sehen wir weiter, wie es uns verläuft. Es hängt ja den Erfolg ab. Ich weiß, dass Marko Beach Volleyball in Taiwan auch beliebäugelt. Mit ihm bin ich meistens klar, da wir öfter zusammentrainierten und werden uns auf der Beach – Anlage wieder treffen. Ansonsten wäre es für mich eine Alternative mit Christian Schumann. Tja, wir habe noch ´ne Zeit. Keine Sorge, Jungs, ich will bei der EM (Indoor) 07`in Belgien noch dabei sein, weil es mir noch EM – Gold fehlt, hi..
7. Außen Gehörlosen hast du langjährig beim hörende Volleyballverein MTG Horst als Stammspieler gespielt. Dieses Jahr wechseltest du von MTG Horst zu Wattenscheid. Kennst du der Unterschied zwischen Gehörlosen und Hörenden?
Ja, diesmal brauchte ich hohen Niveau wegen Deaflympics und deshalb wechselte ich von Landesliga zu Oberliga. Hm, Unterschied? Jeden gehörlosen Spieler kann ich beim hörenden Training auch ab Bezirkklasse sehr empfehlen, da es keine hohe Fehlerquote wie beim Gehörlosen - Training gibt. Je die Leistung besser, desto kann man in die Klasse überspringen. Aus meiner Erfahrung respektieren die Gehörlosen und die Hörenden miteinander gut. Dank hörenden Verein bin ich gehörlose stärke Volleyballer. ;o)
8. Hörende Volleyballverein MTG Horst war bestimmt einziger Verein Deutschlands, da der fast 50% Gehörlosen und 50% Hörenden zusammen spielte. Wie sieht so beim hörende Punktspiel aus? Gibt es Kommunikationsproblem zwischen Hörenden und Gehörlosen?
Hi, es war ja interessant. Beim MTG habe ich im 5 Jahren insgesamt 4 gehörlose Spieler (Stefan Brusche, Andreas Müller – Bothmann, Marko Sudy und Martin Widmann) geholt. Dabei habe ich an Isolation nicht gedacht, sondern ich brauchte einfach mehr mit dem Zusammenspiel zu tun. Aus meiner Sicht war es beim hörenden Punktspiel mit 2 Gehörlosen etwas besser als mehre . Eigentlich war es komisch, obwohl wir, die Gehörlosen, bessere Einzelkönner waren. Sogar habe ich mir festgestellt, dass wir, die Gehörlosen, leider nicht öfter zusammentrainieren bzw. spielen. Keine Wunder für eine Mannschaft. Ein Hörender sagte mir, dass unser Mannschaft unbedingt eine stimmungsvolle Team brauchte. So konnte ich den Hörenden gut verstehen. Wie ich sehe, haben die hörenden Trainer große Mühe mit den Gehörlosen, da sie Kuli immer im Griff haben, auch wenn es nicht vollständig ist. Und dazu gab es Emailkontakt. Beim Spiel wird Handzahl bzw. Handform für das nächste Angriff geheim gezeigt, also kein Problem....
9. AUßER Volleyball bist du EIN Weltreisen-Freak. Du warst in Neuseeland, Chile, Kalifornien, Südafrika und VIELES mehr. WO WIRD DEIN NÄCHSTER REISEORT SEIN?
Ja, ich werde wohl nach den Deaflympics mit einem Handballer bis zum Mitte Febr. in Australien bleiben. Der Flugstress bleibt erspart, hi. Es wäre traumhaft, eine Medaille beim Tour mitzubringen. Hoffentlich werde ich nicht reisemüde sein, da ich zuviel gereist war, denn ich war unter 55 Ländern auf aller Welt gewesen, he. Mein Hobby bleibt vor und nach Reise, da ich viele schöne Abenteuer und Erlebnis gehabt habe.
10. NUN EIN KOMMENTAR ZU UNSEREM HOMEPAGE?
Das ist Startseite von mir!! Also meine Lieblingslink neben Taubenschlag. Am besten sage ich so jetzt insgesamt, was meine zuletzt Interviewpartnern immer positiv gegeben haben, ha. Ich bin stolz, als Ideegeber und Co-Webmaster zu sein. Also ich verspreche Euch, so lange wie möglich daran zu bearbeiten, weil es mir einfach Spaß macht.
Reporter Tino Götting